Um dem Ganzen eine gewisse Historie zu Grunde zu legen, ordne ich die Ereignisse mal chronologisch:
Sommer 2011:
Nachdem ich das erste Semester gut über die Runden gebracht habe und ich mich schon über mögliche Partneruniversitäten informiert hatte, konnte ich mich beruhigt dem Thema Auslandssemester zuwenden. Es ist auch durchaus empfehlenswert sich so frühzeitig darum zu kümmern!
1. Schritt: Am besten mal im Akademischen Auslandsamt (AAA) vorbeischauen, Wünsche und Motivation äußern und sich von den Informationen berieseln lassen :). Gerade an einer etwas familärer gehaltenen Fachhochschule finde ich es von Vorteil schon früh "Gesicht zu zeigen" und dabei so kompetent zu wirken wie es geht. Die Masche zieht fast immer ;).
Herbst 2011:
2. Schritt: Kontakt mit Kommilitonen aufnehmen, die bereits dort waren bzw. gerade dort sind. Bei mir war es die gute Valerie, die mir weitergeholfen hat. Dank dir!
Ehemalige können am besten weiterhelfen, vor allem wenn es um die Vorbereitung von Motivationsschreiben und Auswahlgespräch geht.
Dezember 2011:
Waaaah! Am 31.12. war die Deadline für alle abzugebenden Unterlagen. Ich musste ein Motivationsschreiben verfassen, mich mit dem Stundenplan der Ryerson auseinandersetzen und meine favorisierten Kurse zusammenstellen, sowie einen Lebenslauf mit Bild abgeben. Mehr Infos findet ihr hier.
Um zusätzlich Aufmerksamkeit zu generieren, entschied ich mich außerdem für eine Prezi-Präsentation, in der ich meine Motivation, Qualifikation und Ansprüche audio-visuell aufbereiten konnte.
Vor allem wusste ich, dass sich für Toronto (neben den USA) die meisten Studenten bewerben. Außerdem wollte ich mich besonders anstrengen, weil der Studiengang sich ja anscheinend mehr für Studenten der Audiovisuellen Medien anbot.
Und es hat geklappt! Zumindest wurde ich für Januar zum Auswahlgespräch eingeladen - mit 9 anderen potentiellen Kandidaten.
Januar 2012:
Das Auswahlgespräch stand bevor. Das Lernen für die anstehenden Klausuren fiel deshalb erstmal flach. Egal. Toronto war erstmal wichtiger.
Tja, und wie bereitet man sich jetzt da so richtig gut darauf vor? Ich habe mich in erster Linie über das Land Kanada informiert. Außerdem habe ich stundenlang die Hompage der Ryerson University durchforstet. Ich wollte so viel wissen, wie es geht. Jetzt auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, könnte böse ausgehen!
Außerdem ist es zu empfehlen sich auch bisschen über das eigene Land und die eigene Uni zu informieren. Schließlich geht man an eine Partneruniversität. Sprich: Das Auswahlkommitee will sehen, dass man den Deutschland- und HdM-Spirit auch mit in die weite Welt mitträgt.
Einige Fragen kamen allerdings doch ziemlich überraschend: "Wie würden Sie die Wulff-Krise einem Kanadie erklären?", "Wie werden Sie ihr Auslandssemester finanzieren?", "In welchem Bereich wollen Sie später Ihr Praktikum absolvieren und wie passt das thematisch zur Ryerson?", "Welche Stuttgarter Attraktionen würden Sie einem Kanadier zeigen?". Fragen über Fragen und je nachdem welcher Prof noch mit im Auswahlteam hockt, können die Fragen ziemlich tricky sein.
Und ich sag Euch eins: Ich war noch vor keiner Klausur so aufgeregt wie vor diesem sch*** Auswahlgespräch. Als ich rauskam, qualmte mein Kopf und ich hatte absolut kein Plan, ob das nun alles gut war oder vollends in die Hose ging. Abwarten, Prüfungen schreiben, auf heißen Kohlen sitzen.
Und dann, völlig unerwartet. Am 18.01. auf dem Heimweg von der Bib lese ich auf meinem Smartphone die Mail:"Liebe Lisa, gerne teile ich Ihnen heute mit, dass wir Sie für die Austauschplätze an der Ryerson University in Toronto im Wintersemester 2012/2013 nominiert haben." - Fucking yes! Es hat einfach geklappt. Was will ich mehr?! Ein Stipendium! Und Auslands-BAföG! Oder einen Geldscheißer. Sonst wird das Ganze unbezahlbar.
März+April 2012:
Also ran an die Buletten. Antrag für's Auslands-BAföG abschicken. Bewerbung für Promos und das Baden-Württemberg-Stipendium beim AAA abgeben und warten. Am 24.04. kam auch hier die segenreich Mail vom AAA: "Liebe Lisa, gerne teilen wir Ihnen heute mit, dass Sie für ein Baden-Württemberg-STIPENDIUM ausgewählt wurden." Wieder einmal von meinem Smartphone. Und wieder einmal auf dem Heimweg. Also 2000€ Pauschalzuschuss sind schonmal sicher.
Mai 2012 bis jetzt:
Nach den ersten freudigen Ereignissen und dem damit verbundene Glücksgefühl, kamen dann im Sommer die ersten "Boah, ich hab kein Bock das alles zu organisieren"-Gedanken. Aber das gehört eben dazu und ist wohl auch der Grund, wieso viele Firmen so viel Wert darauf legen, dass Studenten schon Auslandserfahrung nachweisen können.
Also, was ist alles zu tun? Im Groben: Flug, Visum, Wohnen, Krankenversicherung, mit der kanadischen Uni Kontakt aufnehmen, Kurse auswählen, dem BAföG-Amt hinterherrennen. Ich glaub dazu lohnt sich ein seperater Post...
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